Der Raum der leeren Worte
Ein prachtvolles Portal lädt Dich ein
in einen Raum – strahlend im goldenen Schein.
Von außen sieht alles glänzend aus,
verspricht Dir ein Leben in Saus und Braus.
Das Foyer ist hübsch gestaltet,
schöne Menschen und alles scheint gut verwaltet.
Weiter und weiter gehst Du hinein.
Lässt mehr und mehr zurück Dein altes Sein.
Unter einem funkelnden Geldregen,
hast Du Deine Freiheit als Erstes abgegeben.
Mit jedem Schritt, mit jedem Tag
Schwindet die Farbe aus Deinem Leben und alles wird fad.
Gedanken fließen in engen Bahnen,
Worte formen starre Rahmen.
Eigene Ideen sind nicht mehr gewollt
Corporate Design – Form, Schrift und Farbe versprechen Erfolg.
Individuen werden zum Einheitsbrei,
ein farblich abgestimmtes Allerlei.
Kleidung, Meinung, Wortwahl und der ganze Stuss
Alles nur noch gleich und wie aus einem Guss.
Das Neinsagen wird allen abtrainiert
während das „Ja“ nach und nach seine Wirkung verliert.
Der Firmenjargon wird hochgehalten
Englisch ist Standard, Deutsch sprechen nur noch die Alten.
Gewaltfreie Kommunikation wird zum Trend,
es wird vorbestimmt wie jeder denkt.
Die Kreativität verschwindet nach und nach
ist nicht erwünscht im Arbeitsalltag.
Nach und nach vergisst man dann,
dass das Leben auch anders sein kann.
Dass es noch Farben, Formen und bedeutungsvolle Worte gibt,
und Ehrlichkeit, auch wenn die manchmal schmerzt wie ein Hieb.
Dass Leben emotional sein kann
abseits von diesem dunklen Bann.
Dass Freizeit zum Genießen ist
und nicht nur Warten auf die nächste Pflicht.
Dass Geld nicht alles ist im Leben,
dass Tiere einem Liebe geben.
Dass in der Natur der Lebensgeist erwacht
und dass Bewegung Freude macht.
Tief im Innern weißt man dies
Und unsere Seele fühlt sich mies
in diesem scheinbar hellen Schrein,
der am Ende ist nur Pein.
Der Weg nach draußen der ist lang
Beim Aufbruch wird es einem Angst und Bang.
Sind da doch die vielen andren Seelen,
die sich dort noch immer quälen –
ohne Verständnis für den Freiheitsdrang.
Wer das Licht lange nicht sah,
der weiß nicht mehr, wie schön es war.
Die Jahreszeiten wieder zu spüren
erscheint wie völlig verrückte Starallüren.
Sie sehen Dich schon weinend scheitern
Während sie hängen an ihren Karriereleitern.
Dass aber Geld kein Glück verspricht,
die Seele unter dem Druck gar oft zerbricht,
scheint ihnen ganz egal zu sein.
Sie leben gern im falschen Schein.
Geh weiter, denn da draußen ist das Licht.
Dort gibt es sicherlich auch Pflicht,
und Sorgen, Ängste – ja auch Nöte,
doch gibt’s dort auch die Abendröte,
den Morgen, wenn die Sonne lacht
und der Tag vor dir liegt in seiner ganzen Pracht.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
magst Du Dein Leben lieber fahl und grau belassen
Oder doch mit Farben prassen,
Leben und Emotionen spüren,
außerhalb dieser prunkvollen Türen?
Nun geh dahin, entscheide klug.
Magst Du lieber Lug und Trug und leere Worte um Dich haben
oder Leben, Liebe, Freude, Farben?
